Private Krankenversicherung – Entscheidung, Möglichkeiten, langfristige Folgen
Die Entscheidung zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung gehört zu den wenigen Weichenstellungen,
die du nicht jedes Jahr neu treffen kannst. Sie wirkt oft jahrzehntelang nach – fachliche und ehrliche Aufklärung
ist deshalb wichtiger als schnelle Abschlüsse.
Wer besser in der GKV aufgehoben ist, sollte dort bleiben. Genau diese Unterscheidung ist unser Job.
Inhaltsübersicht
- 1. GKV oder PKV – die Grundsatzentscheidung
- 2. Wer kann sich privat krankenversichern?
- 3. Gesundheitsfragen & Risikovoranfragen
- 4. Tarifwelten in der PKV
- 5. Kinder & Familienkonstellationen
- 6. Beiträge im Alter & Vorsorge
- 7. Warum unsere Maklerberatung?
- 8. Kurz-FAQ zur privaten Krankenversicherung
1. GKV oder PKV – die Grundsatzentscheidung
Deutschland hat ein duales System: gesetzliche Krankenversicherung (GKV) und private Krankenversicherung (PKV).
Beide Systeme haben Stärken und Schwächen – und sie folgen unterschiedlichen Philosophien.
Stichworte GKV:
- Solidarsystem mit einkommensabhängigen Beiträgen
- Familienversicherung für Ehepartner/Kinder unter bestimmten Voraussetzungen beitragsfrei möglich
- keine Gesundheitsfragen beim Eintritt
- Leistungskatalog durch Gesetz und Richtlinien vorgegeben
Stichworte PKV:
- individuelle Verträge mit frei wählbaren Leistungsumfängen
- Terminvergabe und Wartezeiten oft deutlich kürzer
- Behandlungsumfang stärker durch Arzt und Vertrag bestimmt als durch Richtlinien
- Beiträge orientieren sich an Eintrittsalter, Gesundheitszustand und Tarif – nicht am Einkommen
sollte das nicht nur wegen eines kurzfristig niedrigeren Beitrags tun, sondern aus Überzeugung und mit Blick auf die nächsten Jahrzehnte.
2. Wer kann sich privat krankenversichern?
Nicht jede Person kann frei wählen, ob sie gesetzlich oder privat versichert ist. Grob lassen sich drei Gruppen unterscheiden:
Angestellte
Angestellte können in die PKV wechseln, wenn ihr regelmäßiges Einkommen über der jeweils gültigen
Jahresarbeitsentgeltgrenze liegt. Darunter besteht Versicherungspflicht in der GKV.
Selbstständige & Freiberufler
Selbstständige unterliegen in der Regel nicht der Versicherungspflicht in der GKV und können sich grundsätzlich
für die PKV entscheiden – unabhängig von der Höhe des Einkommens. Genau hier passieren viele Fehler:
Wer früh in die PKV geht, sollte parallel an zusätzliche Altersvorsorge denken.
Beamte
Beamte erhalten Beihilfe ihres Dienstherrn und versichern über die PKV nur den Rest. Daher sind Beamten-Tarife
eigene Tarifwelten mit ganz anderen Beiträgen und Bedingungen. In einigen Bundesländern gibt es inzwischen Modelle,
bei denen Beamte auch die GKV nutzen können – die Entscheidung ist dann noch komplexer.
Spätere Rückwege von der PKV in die GKV sind stark eingeschränkt, insbesondere ab 55 Jahren. Wer heute wechselt,
sollte wissen, dass diese Entscheidung langfristig nachwirkt.
3. Gesundheitsfragen & Risikovoranfragen
GKV: keine Gesundheitsfragen
Beim Eintritt in die gesetzliche Krankenversicherung werden keine Gesundheitsfragen gestellt. Vorerkrankungen spielen
für die Aufnahme keine Rolle.
PKV: detaillierte Gesundheitsprüfung
In der PKV ist das anders: Der Versicherer stellt detaillierte Gesundheitsfragen zu Behandlungen, Diagnosen,
Medikamenten und Krankenhausaufenthalten der letzten Jahre. Diese müssen vollständig und ehrlich beantwortet werden.
Falsche oder unvollständige Angaben können später gravierende Folgen haben.
Risikovoranfragen über uns als Makler
Eine direkte Antragstellung mit „voller Akte“ ist nicht immer klug. Wird ein Antrag abgelehnt oder nur mit hohen
Zuschlägen angenommen, kann das bei weiteren Gesellschaften zum Problem werden.
Wir arbeiten deshalb mit anonymisierten oder pseudonymisierten Risikovoranfragen: Bevor ein offizieller Antrag läuft,
klären wir bei mehreren Gesellschaften, wie dein Gesundheitsbild eingeschätzt wird. So lassen sich viele
spätere Überraschungen vermeiden – und es bleiben Optionen offen.
Diese Beratung bieten wir bundesweit an – telefonisch, online oder vor Ort, je nach Wunsch.
4. Tarifwelten in der PKV
Fast jede private Krankenversicherung arbeitet mit mehreren Tariflinien. Die grobe Einteilung sieht häufig so aus:
a) Günstige Einsteigertarife / Primärarzttarife
- oft hohe Selbstbeteiligungen
- Primärarztprinzip: zuerst zum Hausarzt, Überweisung zum Facharzt notwendig
- Leistungsumfang eher schlank, dafür niedriger Beitrag
Wichtig: Wer später Kinder bekommt oder bestimmte Leistungen höher bewertet, merkt oft, dass diese Tarife sehr knapp
kalkuliert sind. Der Einstieg ist günstig – aber nicht immer zukunftsfest.
b) Mittlere Preis-Leistungs-Tarife
- deutlich breiterer Leistungsumfang
- oft gutes Verhältnis aus Beitrag und Leistung
- für viele Angestellte und Selbstständige die realistische „Mittelspur“
c) Premium-Tarife („No-Compromise“)
- sehr hoher Leistungsumfang, oft mit Wahlleistungen im Krankenhaus und überdurchschnittlichen Erstattungen
- entsprechend höherer Beitrag
- für Personen, die medizinisch weitgehend „ohne Diskussion“ versichert sein möchten
Auch in einem günstigeren Tarif bist du Privatpatient – aber eben mit anderen Grenzen. Nicht jede Option passt zu
jeder Lebensplanung. Genau deshalb gehört vor Vertragsabschluss ein ehrliches Gespräch dazu, ob dein Fokus eher auf
Preis, Leistung oder einer sinnvollen Mischung liegt.
5. Kinder & Familienkonstellationen
Ein Punkt, der oft übersehen wird: Die Wahl von GKV oder PKV wirkt sich auch auf die Kinder aus – vor allem bei
verheirateten Paaren.
- Verdient der gesetzlich versicherte Elternteil mehr, können Kinder häufig beitragsfrei in der GKV mitversichert sein.
- Ist der privat versicherte Elternteil der Hauptverdiener, werden Kinder in vielen Konstellationen eigenständig in der
PKV versichert – mit eigenem Beitrag. - Bei Beamten spielen die Beihilfe-Regeln eine besondere Rolle; Kinder erhalten dort in vielen Fällen ebenfalls
Beihilfe plus ergänzende PKV.
Wir rechnen mit dir durch, welche Familienkonstellation welche Konsequenzen für Beiträge und Leistungen hat – heute
und in Zukunft.
6. Beiträge im Alter & eigene Vorsorge
Einer der größten Ängste in Bezug auf die PKV betrifft die Beiträge im Alter. Die GKV hat hier Vorteile: Sie orientiert
sich am Einkommen, nicht an deinem Eintrittsalter in den Vertrag.
In der PKV wird ein Teil deines Beitrags zur Bildung von Alterungsrückstellungen genutzt. Diese sollen die Beiträge
im Alter stabilisieren. Trotzdem bleibt: Wer heute sehr günstig startet, kann später höhere Beiträge sehen.
sollte einen Teil davon bewusst zurücklegen. Damit lässt sich später ein Beitragsniveau abfedern, das viele aus
der heutigen Perspektive unterschätzen.
Die Entscheidung für oder gegen die PKV ist daher keine reine Preisfrage, sondern eine Kombination aus Philosophie,
Lebensplanung und nüchterner Zahlenbetrachtung.
7. Warum unsere Maklerberatung?
Private Krankenversicherung ist ein Spezialthema. Viele Vermittler berühren es nur am Rand – wir beschäftigen uns
seit Jahren intensiv damit.
- wir arbeiten als freier, gesellschaftsungebundener Makler
- wir können einen großen Teil des Marktes abdecken und Tarife vergleichen
- wir klären detailliert zu GKV und PKV auf – auch dann, wenn das Ergebnis lautet: „Bleib besser in der GKV.“
- wir nutzen Risikovoranfragen, bevor Anträge gestellt werden
- unsere Beratung erfolgt honorarfrei – Anfragen kosten dich nichts
Wenn aus der Beratung ein Vertrag entsteht, freuen wir uns über einen neuen Kunden. Wenn nicht, hast du trotzdem eine
fundierte Entscheidungsgrundlage gewonnen.
8. Kurz-FAQ zur privaten Krankenversicherung
Bin ich der „richtige Typ“ für die PKV?
PKV passt eher zu Personen mit stabilem oder steigendem Einkommen, die Wert auf individuelle Leistungen,
Terminverfügbarkeit und ärztliche Wahlfreiheit legen – und bereit sind, Verantwortung für die Beitragsentwicklung
im Alter mitzutragen.
Kann ich später einfach wieder in die GKV zurück?
In vielen Fällen ist ein Rückweg schwierig oder gar nicht mehr möglich, insbesondere ab 55 Jahren. Deshalb ist die
Entscheidung für die PKV langfristig – das solltest du vor dem Wechsel wissen.
Was bringt mir eine Maklerberatung, wenn ich nichts zahlen soll?
Du bekommst eine ehrliche Einordnung, ob PKV zu dir passt, welche Tarifwelt sinnvoll ist und wie du typische
Fallstricke vermeidest. Wenn am Ende kein Vertrag zustande kommt, ist das für dich trotzdem wertvoll – und für uns
kein Problem.